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01

Marken-Recherche

Wir überprüfen die Websites aller potenziellen Verkäufer:innen, bevor wir uns mit ihnen in Verbindung setzen. Dabei schauen wir uns besonders ihre Produkt-, Material-, Über uns- und Mission-Seiten genauer an. 

  1. Wir recherchieren, wo und wie ihre Kollektionen hergestellt werden. Außerdem recherchieren wir, ob eine Marke bestimmte Zertifizierungen oder Mitgliedschaften besitzt (ob sie zum Beispiel ein aktives Mitglied der Fair Wear Foundation oder der World Fair Trade Organization (WFTO) ist, ob eine Marke oder ihre Fabrik nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert ist, ob sie Fairtrade- oder B-Corporation-Zertifizierungen besitzt) und ob etwas über ihre Prüfverfahren erwähnt wird. (Mehr zu Prüfverfahren weiter unten.)
  2. Transparenz ist wichtig, gleichzeitig sind wir immer auf der Suche nach Greenwashing. 

Auf diese Weise bekommen wir einen ersten Eindruck davon, wie fair ein Unternehmen ist. Je weniger Informationen es proaktiv auf der eigenen Website über ihre Produktionsprozess preisgibt, desto strenger werden wir die Antworten auf unsere Fragen prüfen.

02

Befragung der Marke

Wenn wir daran interessiert sind, eine Marke aufzunehmen, bitten wir sie, unseren Fragebogen über ihre Produktionsprozesse auszufüllen. Diese Fragen beruhen auf unseren Erfahrungen mit der datenbasierten Prüfplattform, die wir bereits erwähnt haben. Generell fordern wir von Marken, dass sie mehr leisten, um Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Es gibt jedoch zwei Anforderungen, die jede Marke erfüllen muss. Wenn sie eine von beiden nicht erfüllt, wird sie definitiv nicht zu unserer Plattform hinzugefügt:

  1. Das Bezahlen eines Mindestlohns (vorzugsweise eines existenzsichernden Lohns, aber wie bereits erwähnt, ist es oft unmöglich, diesen zu ermitteln). Eine Marke muss eine aussagekräftige Antwort darauf geben, wie sie überprüft, dass diese Anforderung tatsächlich erfüllt wird. 
  2. Die Gewährleistung eines physisch und sozial sicheren Arbeitsumfeldes. Eine Marke muss eine zufriedenstellende Antwort darauf geben, wie sie nachweist, dass dies tatsächlich der Fall ist.

03

Kennenlernen der Marke

Anschließend treffen wir uns mit der Marke per Videoanruf. So können wir ihren Arbeitsablauf genauer kennenlernen und uns mit ihren Produktionsprozessen vertraut machen. Unsere Erwartungen und Bedingungen variieren je nach Größe des Unternehmens, mit dem wir sprechen. 

  1. Kleinere Marken haben in der Regel eine kürzere Lieferkette, die oftmals nur aus wenigen Lieferant:innen besteht. So können sie enge Beziehungen zu all ihren Produktionspartner:innen pflegen und sind bei jedem Schritt involviert. Wir treffen uns mit den Gründer:innen der Marke, um mehr über deren Suche nach Zulieferern zu erfahren. So können wir herausfinden, ob deren Standards in Sachen fairer Produktion den unseren entsprechen. Kleinere Marken arbeiten in der Regel mit kleineren Produktionsbetrieben zusammen. Dies sind oftmals Familienbetriebe, die schon seit vielen Generationen in der Branche tätig sind. Solche Betriebe verfügen selten über Zertifikate, da diese häufig teuer sind und keinen zusätzlichen Nutzen bieten: Persönliche und berufliche Beziehungen, die auf Vertrauen basieren, sind hier wichtiger. Wir bitten diese Marken, ihre Produktionsbetriebe ein- oder mehrmals pro Jahr zu besuchen, um sicherzustellen, dass die Betriebe weiterhin ihren Richtlinien entsprechen.
  2. Bei größeren Marken mit komplexeren und weniger transparenten Lieferketten bevorzugen wir es, wenn die Marke Partnerschaften mit Unternehmen hat, die entweder eine aktive Mitgliedschaft bei der Fair Wear Foundation oder der WFTO haben. Oder wenn sie selbst GOTS-zertifiziert sind oder ausschließlich in GOTS-zertifizierten Fabriken produzieren. Eine Kombination aus diesen Mitgliedschaften und Zertifizierungen wird von uns bevorzugt. 
    1. Gelegentlich kommen wir mit Marken in Kontakt, die keine dieser Kriterien erfüllen, die uns aber aus anderen Gründen gefallen. Wenn wir sie für ethisch vertretbar halten und sie Prüfsysteme wie BSCI oder SMETA erwähnen, findet eine gründliche Befragung statt. Dabei geht es um deren Fabriken, die Arbeitsbedingungen und die Art und Weise, wie das Unternehmen Verantwortung übernimmt, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten fair behandelt werden. Wir fragen dann auch nach ihren Prüfergebnissen. Nur wenn das Unternehmen bei seiner letzten Kontrolle eine sehr hohe Bewertung erhalten hat, wir deren Methoden für vertrauenswürdig halten und uns sicher sind, dass es unsere Standards erfüllt, kommt es zum Onboarding. Meistens kommt es jedoch nicht so weit und wir bleiben bei unserer Auswahl von Mitgliedschaften und Zertifizierungen. 

04

Onboarding der Marke

Anhand der Informationen über die ethischen Standards einer Marke, deren Arbeitsbedingungen und Produktionsprozesse (basierend auf den Antworten zum Fragebogen und des Treffens) entscheiden wir, ob die Marke unseren Fairness-Standards entspricht oder nicht (wohlgemerkt: dies ist nur einer unserer 5 Werte). Nur wenn wir von einer Marke und ihren Methoden wirklich überzeugt sind, nehmen wir sie auf unsere Plattform auf.

Unsere Mitmenschen liegen uns am Herzen. Deshalb bieten wir dir Mode, Kosmetik und Wohnaccessoires an, welche von angemessen bezahlten Menschen hergestellt werden, die unter fairen und sicheren Bedingungen arbeiten.

Zuletzt bearbeitet: August 2022

Dies ist nur einer unserer 5 Werte. Wir sind auch:

Wir glauben an eine Modeindustrie, in der Menschen wichtiger sind als Profit. Das bedeutet: existenzsichernde Löhne statt Mindestlöhne. Physische und soziale Sicherheit und Respekt vor der Gesundheit der Arbeiter:innen. Legale und frei gewählte Arbeitsverträge mit angemessenen Arbeitszeiten und Sozialleistungen wie Renten, Versicherungen und Kinderbetreuung. Die Möglichkeit für die Kinder der Arbeiter:innen, eine angemessene Ausbildung zu erhalten. Keine Ausbeutung durch Kinderarbeit. Gleichstellung der Geschlechter und keine soziale Diskriminierung. Die Freiheit zur Kollektivbildung. Du weißt schon – die Grundlagen. Und nicht zu vergessen: Wir brauchen transparente Lieferketten, damit wir objektiv prüfen und messen können, wie fair eine Marke tatsächlich arbeitet.

Wir recherchieren, damit du es nicht tun musst

Das klingt alles ziemlich logisch, aber leider ist es nicht so einfach, wie du vielleicht denkst. Hier erfährst du, was (un)faire Mode eigentlich ist, warum die Modeindustrie so unethisch ist und warum es so wichtig ist, dass wir die bestehenden Systeme ändern. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele ethische Marken da draußen! Die schlechte Nachricht (für uns, dich und sie) ist: Es ist sehr schwer, mit 100% Sicherheit zu beweisen, dass diese Marken wirklich fair und nachhaltig sind. Aber wir sind hier, um zu helfen.

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1.

Perfekte Marken gibt es nicht. Marken, die alles in ihrer Macht stehende tun, um dem sehr nahe zu kommen, schon.

2.

Eine ausgewählte Sammlung der fairsten Marken, die wir finden konnten

3.

Wie stellen wir sicher, dass unsere Kollektion fair ist?

SubIndexIcon Durch eine Kombination aus Recherche und fundiertem Bauchgefühl

SubIndexIcon Von der Suche nach Perfektion…

SubSubIndexIcon Wir wollten Gutes tun, aber mussten es besser machen

SubSubIndexIcon Die Entstehung unseres Dokumentarfilms: Unsere Fassungslosigkeit und Frustration als Wegweiser dieser Reise

SubIndexIcon ...zum Bestmöglichen: Glaubwürdigkeit

SubSubIndexIcon Warum reicht es nicht aus, Entscheidungen auf der Grundlage von Transparenz und Zertifizierungen zu treffen?

4.

Unser Prüfverfahren

5.

Lese unsere Artikel über (un)faire Mode

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Perfekte Marken gibt es nicht. Marken, die alles in ihrer Macht stehende tun, um dem sehr nahe zu kommen, schon.

Eine ausgewählte Sammlung der fairsten Marken, die wir finden konnten

Wie stellen wir sicher, dass unsere Kollektion fair ist?

Unser Prüfverfahren

Lese unsere Artikel über (un)faire Mode

We are fair image one

Perfekte Marken gibt es nicht. Marken, die alles in ihrer Macht stehende tun, um dem sehr nahe zu kommen, schon.

In den Jahren, in denen sich unser Team intensiv mit der Erforschung von Lieferketten in der Mode- und Kosmetikindustrie beschäftigt hat, haben wir gelernt, wie komplex diese Branchen wirklich sind. Und dass viele soziale Fragen und Herausforderungen nicht so schwarz-weiß sind, wie es scheint. 

Die Branche ist noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Die Welt ist bei weitem nicht perfekt, und nicht einmal unsere Plattform oder die Marken, die du hier findest, behaupten, es zu sein. (Im Gegenteil: Jede Marke, die dies von sich behauptet, ist wahrscheinlich nicht so ganz ehrlich. Oder hat noch einen langen Weg vor sich, um die Komplexität der Modeindustrie und ihre Rolle darin zu verstehen.) Mehr dazu weiter unten.


We are fair image two

Eine ausgewählte Sammlung der fairsten Marken, die wir finden konnten

Wir tun unser Bestes – wir nutzen alle verfügbaren Informationen, unser Wissen und unsere Erfahrung und hören auf unser Bauchgefühl, um sicherzustellen, dass die von uns angebotenen Marken ehrlich, glaubwürdig und fair sind. Wir garantieren (noch) keine Perfektion, aber echten Fortschritt. Ein Fortschritt, der das Leben der Menschen, die unsere Kleidung herstellen, tatsächlich verbessert.

In unserem Online-Kaufhaus findest du eine Sammlung der fairsten Marken, die wir finden konnten. Wir haben uns mit vielen Verkäufer:innen zusammengeschlossen, die sich – wie wir – für eine positive Veränderung im Leben der Menschen, die unsere Kleidung herstellen, einsetzen.

Gemeinsam machen wir Umsicht und Nachhaltigkeit zur neuen Normalität – eine handgefertigte Halskette aus recyceltem Silber, eine faire Kork-Handtasche oder ein schickes Kleid aus Tencel, das von einem Mitglied der Fair Wear Foundation hergestellt wird, nach dem anderen.

We are fair image three

Wie stellen wir sicher, dass unsere Kollektion fair ist?

Eine Kombination aus Recherche und fundiertem Bauchgefühl

Wir prüfen und hinterfragen gründlich, wir hören auf unser Bauchgefühl und wir verpflichten uns, auf neue Erkenntnisse und Informationen zu reagieren. Somit können wir sichergehen, dass unsere bestehende Kollektion so fair bleibt, wie sie sein soll. Wir werden jede Marke ausschließen, welche unsere wachsenden ethischen Standards nicht mehr erfüllt oder nicht zu neuen Nachhaltigkeitsanforderungen passt.

Bevor wir eine neue Marke aufnehmen, müssen wir uns sicher sein, dass wir nachts ruhig schlafen können, bevor wir ihr eine Plattform mit Hunderttausenden von ethischen Verbraucher:innen bieten. Alle auf der Suche nach einem fairen Einkauf. Wir suchen solange nach weiteren Informationen, bis wir sicher sind, dass die Marke zu unserer Plattform passt. Wenn Zweifel bestehen bleiben, wird eine potentielle Marke und ihre Kollektion nicht in unser Online-Kaufhaus aufgenommen. (Die meisten der Marken, mit denen wir sprechen, werden letztendlich nicht aufgenommen.)

Von der Suche nach Perfektion...

Wir müssen dir allerdings sagen: Anders als bei der Frage, ob ein Produkt vegan ist (immer ein klares Ja oder Nein), gibt es keine genauen Richtlinien, um herauszufinden, ob eine Marke fair ist. Die Mode- und Kosmetikindustrie ist eine extrem komplexe und undurchsichtige Branche. Es gibt mutwilliges Greenwashing und bewussten Betrug. Aber es gibt auch ehrliches Nicht-Wissen. Leider gibt es auf die Frage, was faire Löhne oder gute Arbeitsbedingungen wirklich sind, selten eine klare Antwort.

Wir, als Unternehmen und jedes einzelne Teammitglied für sich, lernen ständig dazu. Indem wir mit Expert:innen für nachhaltige Mode sprechen, Bücher lesen, Dokumentationen schauen, an Seminaren und Podiumsdiskussionen teilnehmen, uns mit Fair-Fashion-Aktivist:innen austauschen, vertiefen wir ständig unser Wissen und erweitern unseren Horizont. Denn umso mehr du über diese Branche lernst, desto bewusster wird dir, wie wenig du eigentlich weißt. Seit wir unsere Plattform Mitte 2018 ins Leben gerufen haben, haben wir unseren ethischen Leitfaden, der die Grundlage für alles bildet, kontinuierlich weiterentwickelt.

Unser ethischer Leitfaden mit 31 Kriterien

Im Herbst 2020 hatten wir eine klare Vision im Kopf. Wir wussten genau, welche 31 Kriterien eine Marke, mit der wir eine Zusammenarbeit eingehen wollen, erfüllen muss. Dank der Einteilung in fünf zentrale Werte (Veganismus, Fairness, Nachhaltigkeit, Inklusivität und soziales Unternehmer:innentum) hatten wir einen handfesten Plan, womit wir messen konnten, wie fair und nachhaltig eine Marke wirklich arbeitet. Und zum ersten Mal hatten wir klar aufgelistet, wie sie die faire Behandlung und Bezahlung ihrer Arbeiter:innen nachweisen sollte. Das klang plausibel und unkompliziert: existenzsichernde Löhne, körperliche und soziale Sicherheit, legale und frei gewählte Arbeitsverträge mit angemessenen Arbeitszeiten und Sozialleistungen. Keine Kinderarbeit oder soziale Diskriminierung, dafür aber die Gleichstellung aller Geschlechter und Kollektivfreiheit, du weißt schon – die Grundlagen. Dabei sollte jede Marke mindestens unsere zwei wichtigsten Fairness-Kriterien erfüllen: existenzsichernde Löhne und physisch sichere und gesunde Arbeitsbedingungen. 

Endlich ein datenbasiertes Konzept

Wir begannen eine Zusammenarbeit mit einem beeindruckenden neuen Namen in der Tech-Branche: einer objektiven, datenbasierten und nachhaltigen Prüfplattform. Diese sollte Daten sammeln und messen, damit wir überprüfen können, ob die Fairness-Behauptungen von verschiedenen Verkäufer:innen wahr sind.Doch als wir in der ersten Hälfte des Jahres 2021 realisierten, dass wir in sechs Monaten genau 0 neue Marken aufgenommen hatten, wussten wir, dass wir so nicht weiterkommen würden. Wohlgemerkt: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir über 100 scheinbar faire Marken getestet, denen wir wirklich vertrauten. 

Wenn die Daten jedoch fehlen

Eine erschütternde, schmerzliche Tatsache: Es gab keine messbare Methode, um mit absoluter Sicherheit zu prüfen, ob eine Marke unserem ethischen Leitfaden entsprach. Genauer gesagt, ob ein bestimmter Lohn für Arbeiter:innen in einer bestimmten Region des Herstellungslandes tatsächlich einem existenzsichernden Lohn entsprach. Besonders wenn man die Lebenshaltungskosten für die mögliche zugehörige Familie berücksichtigen will. Unsere Ansprüche waren höher als das, was die Branche an Daten und messbaren Beweisen liefern konnte. Das Level an detaillierter Recherche, welches wir für nötig hielten, war schlichtweg nicht möglich. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass den Arbeiter:innen keine existenzsichernden Löhne bezahlt wurden. Es bedeutet nur, dass es keine Möglichkeit gab, dies nachzuweisen

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir mussten unseren Fokus auf etwas anderes richten: auf Glaubwürdigkeit. Mehr dazu, nachdem wir dir von unserem Dokumentarfilm erzählt haben.

Da wir diese Einschränkungen nicht einfach als Tatsache hinnehmen wollten, wussten wir, dass wir mehr leisten müssen. Wir benötigten eine noch größere Reichweite als unser Online-Kaufhaus, um mehr sachkundige Menschen zu involvieren, mehr Blicke auf uns zu ziehen und mehr Konsument:innen über die anhaltende Ungerechtigkeit aufzuklären – um eine effektive, positive Veränderung zu bewirken. 

Um die Massen zu erreichen, wollten wir unsere Reise festhalten und teilen. Eine Reise, die zeigt, wie unser Ansatz, Transparenz und Fairness zu fordern, ins Stocken geraten war. Um gemeinsam mit den führenden Expert:innen der Branche eine praktikable und realistische Lösung zu finden und um den Missbrauch zu stoppen, der in der Modeindustrie nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Doch das ist nicht alles. Es gilt herauszufinden, wie Verbraucher:innen dabei helfen können, dass die Modeindustrie dieses Ziel erreicht. Hier geht es um eine Botschaft der Hoffnung, und keine des Scheiterns.

Nach zwei Jahren Vorbereitung haben wir im Frühjahr 2022 mit den Dreharbeiten zu unserem Dokumentarfilm begonnen. Dieser soll ein mehrjähriges Projekt werden. In diesem Dokumentarfilm begeben sich Kim und Stephan (Mitbegründer:innen von Shop Like You Give a Damn) auf eine Reise. Und mit ihnen, einige große Namen der Fair Fashion Bewegung: unter anderem Journalistin Sophie Benson, Schriftstellerin Aja Barber, Fashion Revolution Mitbegründerin Orsola de Castro, Sascha Camilli von PETA und Toyin James Omisakin, Mitbegründer von Compare Ethics. 

Mehr können wir über dieses Projekt zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Bald wird jedoch der offizielle Trailer veröffentlicht. In der Zwischenzeit gibt es hier ein paar erste, unbearbeitete Screengrabs, frisch vom Bildschirm des Regisseurs:

Der offizielle Trailer wird diese Screengrabs bald ersetzen

… zum Bestmöglichen: Glaubwürdigkeit

Nach alledem, mussten wir uns also mit der Tatsache abfinden, dass es keine Perfektion in Sachen Fairness und Nachhaltigkeit gibt. Stattdessen machten wir uns auf die Suche nach Glaubwürdigkeit. Wir lernten, Strategien und Vorhaben zu begrüßen, die auf ehrlichen, SMART gesetzten Zielen basieren. Und wir sind bereit, jeden noch so kleinen Fortschritt zu akzeptieren, solange er von Herzen kommt und tatsächlich etwas bewirkt. 

Nachdem wir mit Tausenden von Marken gesprochen und sie bewertet haben, haben wir ein gutes Gespür dafür entwickelt, was in der heutigen Zeit als fair angesehen werden kann und was nicht: welche Menschen die Welt verändern wollen und welche Marken lediglich Greenwashing betreiben und auf Profit aus sind. Sei gewiss, dass unser Bullshit-Radar immer aktiv ist.

Natürlich werden diese Informationen immer berücksichtigt und stehen am Anfang jeder Recherche. Aber Zertifizierungen und Transparenz sind nicht alles. Sie helfen dabei, sich ein Bild zu machen und liefern (manchmal wertvolle) Informationen über die Grundsätze einer Marke, besonders in Sachen Nachhaltigkeit und Produktion. Aber sie geben definitiv keine vollständige Auskunft darüber, wie fair oder nachhaltig eine Marke ist.

  • Ein Beispiel: Transparenz hängt nicht davon ab, welche Marke am nachhaltigsten handelt. Sie hängt davon ab, welche Marke am meisten Daten veröffentlicht. Ein hohes Level an Transparenz ist nicht mit einer nachhaltigen oder fairen Produktion gleichzusetzen – für die meisten Marken ist Transparenz nur ein Schritt auf dem Weg zu einem verantwortungsbewussten Unternehmen. Allerdings werden bei kleineren Marken manchmal bestimmte Informationen (z. B. mit welcher Fabrik sie zusammenarbeiten) nicht veröffentlicht, da es sich um wirtschaftlich sensible Informationen handelt. Manchmal sollen diese zum Beispiel nicht an die Konkurrenz weitergegeben werden. Das Zurückhalten dieser Informationen kann also ein Warnzeichen sein, kann aber auch andere Gründe haben.
  • Und Zertifizierungen? Einerseits kann man sagen, dass viele von ihnen gar nicht so aussagekräftig sind. Die Standards für die meisten Zertifizierungen sind ziemlich niedrig, sehr selektiv oder: Es werden keine zuverlässigen, objektiven Kontrollen durchgeführt. Die meisten Zertifizierungen lassen uns also nicht ohne weiteres glauben, dass eine Marke ethisch einwandfrei ist. Andererseits ist es auch nicht per se aussagekräftig, wenn eine Marke eine bestimmte Zertifizierung nicht besitzt. Zertifizierungen können ziemlich teuer und zeitaufwendig sein. So kann es sein, dass es sich für die kleineren Marken, denen wir eine Plattform bieten, nicht lohnt, eine Zertifizierung zu erwerben. Oder: Sie entscheiden sich gegen eine bestimmte Zertifizierung, weil sie deren Standards für zu niedrig halten. Gleichzeitig finden weniger-ethische Unternehmen oftmals Lücken in den Zertifizierungsanforderungen und erhalten ein Label, ohne tatsächlich fair oder nachhaltig zu arbeiten. Und schließlich gibt es Marken, die Kleidung verkaufen, die als fair und nachhaltig zertifiziert sind, aber trotzdem durch die Verwendung von Materialien wie Leder, Seide oder Wolle zur Ausbeutung von Tieren beitragen. Und auch das halten wir nicht für fair.

So prüfen wir

01

Marken-Recherche

Wir überprüfen die Websites aller potenziellen Verkäufer:innen, bevor wir uns mit ihnen in Verbindung setzen. Dabei schauen wir uns besonders ihre Produkt-, Material-, Über...

02

Befragung der Marke

Wenn wir daran interessiert sind, eine Marke aufzunehmen, bitten wir sie, unseren Fragebogen...

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