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Was ist wirklich Bio? Teil l: Baumwolle und nachhaltige Kollektionen

Neele Neele 08 Jul 2022 Was ist wirklich Bio? Teil l: Baumwolle und nachhaltige Kollektionen

Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:

Shoppe ethisch – ganz mühelos. Wir übernehmen die Recherche, damit du es nicht tun musst. 💚 Nachhaltige, faire & 100 % vegane Mode für Frauen und für Männer, tierversuchsfreie Kosmetik, Home-Essentials und mehr. Für alle, die mit Herz einkaufen.

Knapp 50% aller Kleidungsstücke bestehen aus Baumwolle, dementsprechend ist sie ein großer Teil der Modeindustrie. Da der konventionelle Anbau alles andere als umweltfreundlich ist, steigen viele auf Bio Baumwolle um - sowohl Modemarken als auch Modeinteressierte. Doch das Wort "Bio" scheint heutzutage mehr als nur eine Bedeutung zu haben, wenn es um Kleidung geht. Denn auch große Modehäuser der Fast Fashion Industrie bieten seit geraumer Zeit nachhaltige Kollektionen an. Aber funktioniert das zusammen? Oder ist das nur leere Werbung? Fragen wie diese, ab wann man ein Kleidungsstück überhaupt Bio nennen darf und was es mit Greenwashing auf sich hat, erklären wir Dir hier.

Ab wann darf man ein Kleidungsstück Bio nennen?

In der Textilindustrie ist der Begriff Bio leider nicht gesetzlich geschützt. Das bedeutet, das Wort ist nicht fest definiert und damit auch nicht an Vorgaben gebunden. So können verschiedene Bio Marken auch verschiedene Dinge garantieren. Deshalb gilt: lieber etwas recherchieren und nicht einfach akzeptieren, was draufsteht. Unabhängige Prüfinstitute, die Textilien in ihren verschiedenen Herstellungsphasen kontrollieren, können hier helfen. Naturtextil BEST stellt zum Beispiel sicher, dass zu 100% Naturfasern verwendet werden.

Bio Baumwolle ist wirklich Bio Baumwolle

In Kombination mit Baumwolle ist das Wort Bio allerdings rechtlich geschützt. Das ist verwirrend? Verstehen wir! Daher lohnt es sich, das mal kurz genauer zu betrachten: Begriffe wie „aus kontrolliert biologischem Anbau" (kbA), „Öko" und „Bio" sind bei landwirtschaftlichen Rohstoffen für Textilien - wie zum Beispiel Baumwolle - gesetzlich geschützt. Das heißt, die Hersteller dürfen nur Bio Baumwolle angeben, wenn wirklich Bio Baumwolle verwendet wurde. Es geht also allein um den Rohstoff. Dieser muss in der Bio-Landwirtschaft einige Vorgaben erfüllen, wie zum Beispiel den Anbau ohne Pestizide und eine strenge Bodenpflege. Im Blogeintrag "Bio Baumwolle: Warum sie ein wichtiger Schritt ist" kannst Du noch mehr über den Anbau nachlesen.

Ist Bio Kleidung auch faire Kleidung?

Der Ausdruck „Bio Baumwolle" garantiert jedoch nur den ökologischen Anbau der Faser. Wie die Weiterverarbeitung danach bis zum fertigen Kleidungsstück aussieht, bleibt offen, denn für die weitere Produktion gibt es keine Vorgaben. Wenn Du ein Shirt aus Bio Baumwolle kaufst, heißt das also nicht gleich, dass es auch nachhaltig und fair produziert wurde. Ja, die Faser wurde ökologisch und nach besonderen Richtlinien angebaut, aber ein fairer Lohn für alle Mitarbeiter entlang der Lieferkette und die weitere Verarbeitung ohne Chemikalien sind leider nicht garantiert. Hier sind transparente Lieferketten oder, wie bereits am Anfang erwähnt, faire Modesiegel eine tolle Hilfe. Diese stellen nämlich sicher, dass faire Arbeitsbedingungen und ein Verbot von Schadstoffen während des weiteren Herstellungsprozesses eingehalten werden.

Bio Baumwolle: Anbau und Verbrauch

Die Bio Baumwollproduktion hatte im Erntejahr 2019/20 eine rekordbrechende Ernte mit rund 249.000 Tonnen (Organic Cotton Market Report 2021) und steigt seitdem stetig an. Das liegt daran, dass immer mehr Marken die Vorteile erkennen und sich immer mehr Menschen für die umweltfreundlichere Alternative entscheiden. Trotzdem liegt der Anteil von Bio Baumwolle am gesamten Baumwoll-Markt immer noch unter einem Prozent. Wie das geht, fragst Du Dich? Die Gründe dafür sind die riesige Nachfrage und Zeit. Für die Umwandlung einer Baumwollproduktion in eine Bio-Baumwollproduktion braucht man nämlich drei Jahre. Deshalb gibt es nun ein Siegel vom GOTS (Global Organic Textile Standard), das „organic in conversion" heißt. Es beschreibt genau diese Umwandlung und verdeutlicht dem Kunden so, dass die Marke gerade einen Schritt Richtung Nachhaltigkeit geht. Was ist wirklich Bio

Marketingstrategie: Greenwashing

Solche Schritte in Richtung der nachhaltigen Zukunft sind leider oft auch nicht ganz ernst gemeint. Ein offizielleres Wort dafür ist das sogenannte „Greenwashing". Das ist eine kritische Bezeichnung für die Marketing-Methode, ein Unternehmen als besonders umweltfreundlich in der Öffentlichkeit darzustellen, ohne dafür eine wirkliche Grundlage zu haben. Greenpeace hat dazu einige Kriterien definiert: Zum Beispiel liegt ein Fall von Greenwashing vor, wenn das Geschäft an sich umweltschädlich ist, wenn mehr Geld in die Werbung fließt statt in den Umweltschutz oder, wenn mit Selbstverständlichkeiten geworben wird. Die Marketing-Strategie ist also eine Täuschung: Das Unternehmen erschafft ein umweltfreundliches Image und lässt uns als Kunden glauben, wir tun etwas Gutes, wenn wir das Geschäft unterstützten. Da das grundsätzlich nicht illegal ist, kann man es leider nicht verbieten.

Nachhaltigkeit von H&M und #Conscious

Seit den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr Menschen für nachhaltige Kleidung. Daher bieten auch große Modeketten wie H&M, C&A oder Zara Bio Kollektionen an. Doch lassen sich Fast Fashion Marken und nachhaltige Mode vereinen? Nicht so ganz, denn hier kommt leider das Greenwashing ins Spiel. Was nämlich auffällt: trotz angeblich nachhaltiger Produktion sind die Kleidungsstücke vergleichbar günstig. Das liegt an firmeneigenen Siegeln. H&M zum Beispiel hat das hauseigene Label „nachhaltige Wahl" ins Leben gerufen. Das klingt erstmal ganz schön, allerdings ist dieser Begriff nicht geschützt und damit auch nicht aussagekräftig. Die Modekette kann also selbst frei entscheiden, was sie als nachhaltig empfindet. Das sind hier zum Beispiel Anteile von recycelten Materialien in Kleidungsstücken, ein Recycling Programm und faire Verträge. Schaut man allerdings genauer hin, fehlen nicht nur Beweise, sondern auch der Blick für das große Ganze. Trotz der Bio Kollektion besteht nämlich ein absoluter Großteil der Kleidung von H&M nicht aus umweltfreundlichen Materialien. Nur 16% des gesamtes Sortiments besteht anteilig aus Bio Baumwolle (Stand 2020). Außerdem bekommt man, wenn man seine alte Kleidung zum Recyclen abgibt, einen Rabattcode für die nächste Bestellung, die dann wiederum zu mehr Verschwendung von Mode führt. Und für die fairen Verträge für die Arbeiter entlang der Lieferkette gibt es zwar einen lieben Text in den Produktinformationen der Conscious Kollektion, allerdings fehlen die Beweise dafür. Wir wollen hier auf keinen Fall andere Marken schlecht reden, denn H&M hat schon einige wichtige Schritte unternommen, um umweltfreundlicher zu werden. So werden zum Beispiel für einen Teil der Lieferkette erneuerbare Energien verwendet und gefährdete Regenwälder geschützt. Jedoch sind veröffentliche Pläne und Versprechungen momentan größer als die eigentlichen Veränderungen.

C&A und Zara: grüne Kollektionen

Auch die Fast Fashion Modegiganten C&A und Zara versuchen mit ihren nachhaltigen Kollektionen #WearTheChange und #JoinLife etwas zu verändern. Durch die Zusammenarbeit mit GOTS  bestehen daher einige der Kleidungsstücke zu mindestens 70% aus Bio Baumwolle. Da diese Kleidungsstücke zertifiziert sind, entsprechen sie den Richtlinien für eine umweltfreundlich und sozial gerechte Weiterverarbeitung nach dem ökologischen Anbau. Das ist doch schon mal ein guter Anfang! Für C&A schon, denn rund 30% des Gesamtsortiments sind hier zertifiziert (Stand 2020). Bei Zara sind nur 14% überhaupt nachhaltig produziert, wobei die genaue Angabe für den Anteil von zertifizierter Bio Baumwolle unklar ist. Hier lässt die Transparenz leider etwas zu wünschen übrig. Neben dem Rohstoff aus ökologischem Anbau werben beide Marken mit der Verwendung von recycelten Materialien. Auch ein toller Ansatz, oder nicht? Nur leider sind höchstens 25% der Stoffe recycelte Materialien. Zudem werden diese viel gemischt, was das recyclen beinah unmöglich macht. Bio Baumwolle in der Massenproduktion von Kleidung zu verwenden ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, und das vor allem von so großen Modemarken. Allerdings ist immer fragwürdig, was nach dem ökologischen Anbau in der Produktionskette passiert. Gerade, wenn Kleidungsstücke nicht von unabhängigen Prüfstellen kontrolliert werden. Der größte Teil des Sortiments von C&A und Co wird nämlich weiterhin konventionell in Fabriken hergestellt.

Le Shop Vegan und Bio

Nachhaltigkeit und Bio sind also oft Interpretationssache und garantieren, was die Modeindustrie angeht, leider nicht viel. Zudem wird durch das Greenwashing viel mit den Wörtern gespielt, um Kunden ein gutes Gewissen einzureden. Doch je genauer wir hinschauen, desto schwerer haben es Marken, damit etwas zu erreichen. Hier sind unabhängige Siegel eine große Hilfe, denn sie nehmen Dir die Recherchearbeit ab und überprüfen die gesamte Produktion auf Nachhaltigkeit und Fairness. Dieses Zertifizieren kostet am Ende natürlich etwas mehr, hat aber den Vorteil, dass Du Dir sicher sein kannst, dass Dein neues Lieblingskleid unter fairen Arbeitsbedingungen und ohne Schadstoffe hergestellt wurde. Und das während der gesamten Lieferkette! Wie so oft liegt es an uns, die aktuelle Situation der Fast Fashion Industrie zu verändern. Nur wenn die Nachfrage für faire Kleidung, die aus Bio Baumwolle und unter gerechten Bedingungen gefertigt wurde, steigt, kann sich langfristig etwas ändern. Vielleicht hast Du ja nun Lust bekommen, Dich in unserer liebevoll kuratierten Auswahl an nachhaltiger Kleidung aus Bio Baumwolle umzusehen? Schau gern rein!