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Was ist wirklich Bio? Teil ll: Lebensmittel und grüne Siegel

Neele Neele 15 Jul 2022 Was ist wirklich Bio? Teil ll: Lebensmittel und grüne Siegel

Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:

Shoppe ethisch – ganz mühelos. Wir übernehmen die Recherche, damit du es nicht tun musst. 💚 Nachhaltige, faire & 100 % vegane Mode für Frauen und für Männer, tierversuchsfreie Kosmetik, Home-Essentials und mehr. Für alle, die mit Herz einkaufen.

Bio, das ist gesund und schützt die Umwelt! Nachdem wir im letzten Blogbeitrag über Bio in unserer Kleidung gesprochen haben, geht es nun um grüne Joghurts, Gurken und Co. Immer mehr Menschen greifen zu Produkten, die ökologisch hergestellt wurden. Gerade bei Lebensmitteln versinkt man jedoch förmlich in einem Meer an bunten Siegeln und Begriffen, die mehr als nur eine Bedeutung haben. Da verliert man schonmal den Überblick. Auf vielen Produkten steht Bio drauf, aber kann man sich auch darauf verlassen? Wann ist überhaupt etwas Bio? Wir haben die wichtigsten Informationen über Bio Lebensmittel für Dich zusammengestellt, damit Du beim nächsten Einkauf genau weißt, was Du in der Hand hältst.

Was ist Bio?

Die konventionellen Anbaumethoden von Obst, Gemüse und Co. existieren überhaupt, um mehr zu produzieren und damit auch mehr zu verkaufen. Der finanzielle Gewinn steht hier also im Fokus. Das bedeutet leider auch, dass Schadstoffe wie Pestizide und künstliche Wachstumsmittel eingesetzt werden, um Schädlinge zu bekämpfen und das Wachstum der Pflanzen anzuregen. Das ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für uns Menschen. Auch was Fleisch angeht, ist die Massentierhaltung für die konventionelle Herstellung von Fleischprodukten schon lange nichts Neues mehr. Daher sind Bio Lebensmittel eine bekannte Alternative. Das bedeutet, dass Produkte nach den Richtlinien für den ökologisch kontrollierten Anbau erzeugt und verarbeitet werden. Das Wichtigste dabei: keine chemischen Mittel zum Düngen oder Bekämpfen von Schädlingen, keine Gentechnik und artgerechte Tierhaltung. Deshalb sind Bio Lebensmittel umweltschonender und gesünder. Sie enthalten nämlich Mineralien und Vitamine, die durch das Verwenden von Schadstoffen sonst verloren gehen. Vom Tierwohl mal ganz abgesehen. Um es auf den Punkt zu bringen: In der Bio Landwirtschaft wird der Betrieb als ein ganzes System gesehen, für das Natur, Pflanzen, Tier und Mensch gleich bedeutend und wichtig sind.

Wann ist etwas Bio?

Seitdem Bio Lebensmittel auch in Supermärkten und nicht nur im kleinen Bio Laden um die Ecke angeboten werden, gibt es auch eine Vielzahl an Bio Siegeln und Begriffen. Diese sind unterschiedlich streng und garantieren demnach verschiedenes. Deshalb möchten wir Klarheit schaffen. Begriffe wie "natürlich" oder "aus kontrolliertem Anbau" kann man frei verwenden, da sie nicht gesetzlich geschützt sind. Die Lebensmittelproduzenten können hier also frei wählen, was sie damit meinen.

Das EU Bio Siegel

Der Begriff Bio hingegen ist gesetzlich geschützt und darf in der Europäischen Union nur mit dem EU Bio Siegel verwendet werden. Dieses Siegel darf auf einem Produkt stehen, wenn es bestimmte Mindestanforderungen entlang der gesamten Produktionskette erfüllt. Das bedeutet zum Beispiel für ein Brot: der Bauer, dem die Getreidefelder gehören, der Müller, der das Getreide zu Mehl macht und der Bäcker, der daraus ein Brot backt, müssen diese Anforderungen einhalten. Nur dann dürfen sie es als Bio Brot verkaufen. Das ist auch als EG-Öko-Verordnung bekannt und enthält unter anderem:
  • den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel & Dünger
  • die Voraussetzung von artgerechter Tierhaltung
  • eine Zulassung von nur 56 Zusatzstoffen (konventionelle Produkte haben 400) und
  • die Vergabe bei Antibiotika nur in Krankheitsfällen.
Entspricht ein Produkt zu 95% diesen Anforderungen, wird es mit dem Bio Siegel zertifiziert. Das erkennst Du an den weißen EU-Sternen, angereiht in der Form eines Blattes auf einem grünen Hintergrund. Seit 2012 muss dazu auch ein Kontrollstellencode und das Herkunftsland der Zutaten angegeben werden.

Kritik: zu sanfte Anforderungen

Der Haken an der Sache: die Richtlinien sind relativ einfach zu befolgen. Deshalb haben auch viele Lebensmittel das Bio Siegel. Wenn Bauernhöfe nämlich nur teilweise auf die ökologische Landwirtschaft umsteigen und zum Beispiel direkt daneben (jedoch räumlich oder zeitlich getrennt) den konventionellen Betrieb weiterführen, ist das kein Problem. Das Siegel wird trotzdem ausgestellt. Auch wenn die Chance besteht, dass Pestizide des konventionellen Anbaus den ökologischen kontaminiert haben. Außerdem ist die artgerechte Tierhaltung des EU Bio Siegels seit langem umstritten. Nach dessen Richtlinien bedeutet diese nämlich, dass sich sechs Hühner einen Quadratmeter teilen. Das ist zwar besser als die konventionelle Massentierhaltung, aber wirklich artgerecht wären vier Quadratmeter pro Huhn. Zudem garantiert das Siegel nicht, dass die Bio Lebensmittel regional hergestellt wurden. Es gibt nämlich keine maximale Entfernung zu Höfen oder Betrieben in den Vorgaben. Auch Plastikverpackungen sind nicht verboten, was dem Umweltschutzgedanken widerspricht. Man prüft die Bio Betriebe zwar mehrfach im Jahr auf die Einhaltung der Verordnung, allerdings wird auch hier oft Kritik ausgeübt: Die Kontrollbetriebe stehen nämlich zur freien Wahl und sind meist finanziell an die Lebensmittelproduzenten gebunden. Damit stehen die Chancen für Betrug leider sehr hoch. Außerdem wird während der Kontrollen über gerupfte Federkleider und Wunden an den Tieren hinweggesehen. Was ist Bio Teil ll Das Deutsche Bio Siegel kann man zusätzlich zum EU Bio Siegel verwenden. Es sagt allerdings nur aus, dass die Verordnungen eingehalten wurden und ist daher eher schmückend als aussagekräftig.

Bio Lebensmittel durch private Verbände zertifiziert

Neben den staatlichen Siegeln haben sich auch viele private Verbände entwickelt, die strengere Auflagen haben. Demeter, Bioland und Naturland sind dabei die größten in Deutschland und unterscheiden sich vom EU Bio Siegel vor allem dadurch, dass:
  • der Bauernhof voll ökologisch umgestellt sein muss (konventionelle Arbeit auf Acker und Hof sind verboten)
  • konventionelle Futtermittel verboten sind
  • Tiere mehr Platz für eine artgerechte Tierhaltung haben müssen
  • man Dünger nur aus ökologischen Betrieben verwenden darf
Damit stellen sie sicher, dass alle Betriebszweige auf die ökologische Landwirtschaft umgestellt sind und die Natur nachhaltig bewirtschaftet wird. Außerdem stehen die Lebensmittel in ihren natürlichen Prozessen im Vordergrund.

Demeter, Bioland & Naturland

Demeter hat dabei einen philosophischen Ansatz, denn der Kern des Bio Verbands ist es, die Vielfalt und das Lebendige zu fördern. Respekt für Erde, Pflanze, Tier und Mensch werden hier demnach großgeschrieben. So behalten Kühe beispielsweise ihre Hörner und müssen sich nicht dem schmerzhaften Enthornen unterziehen. Zudem werden Mischungen aus Heilpflanzen, Mist und Mineralien verwendet, damit der Boden langfristig fruchtbar bleibt. Auch Bioland, als größter ökologischer Anbauverband Deutschlands, legt viel Wert darauf, die Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Deshalb werden dem Boden durch Mist aus eigener Tierhaltung wieder Nährstoffe zugeführt. Hier entsteht also ein Kreislauf durch Natur, Mensch und Tier. Außerdem ist dem Verband Regionalität wichtig. Daher kannst Du Dir sicher sein, dass ein Bioland Produkt in Deutschland oder Südtirol hergestellt wurde. Das Naturland Siegel stellt neben artgerechter Tierhaltung und rein ökologischem Anbau auch sicher, dass soziale Standards eingehalten werden. So ist Kinderarbeit zum Beispiel strengstens verboten. Wenn ein Produkt mit dem Zusatzsiegel "Naturland Fair" zertifiziert ist, sind unter anderem angemessene Löhne und zuverlässige Handelsbeziehungen entlang der gesamten Lieferkette garantiert. Bio stellt also einen gewissen Mindeststandard für den ökologischen Anbau dar. Welche Richtlinien genau befolgt werden, kommt dann auf das jeweilige Siegel an. Hier ist ein gesundes Misstrauen sicherlich angebracht. Wer sicher gehen möchte, sollte am besten auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen. Und falls dafür der Weg mal etwas zu weit sein sollte, zeigt Dir Elisabeth Green in ihrem Blogbeitrag, wo Du Bio Lebensmittel online kaufen kannst. Fakt ist: Unsere Umwelt wird auch für die Lebensmittelindustrie zunehmend wichtiger und das ist doch ein toller Schritt in die richtige Richtung, oder?