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Black Friday: Sind Sale & Nachhaltigkeit vereinbar?

Neele Neele 18 Nov 2022 Black Friday: Sind Sale & Nachhaltigkeit vereinbar?

Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:

Shoppe ethisch – ganz mühelos. Wir übernehmen die Recherche, damit du es nicht tun musst. 💚 Nachhaltige, faire & 100 % vegane Mode für Frauen und für Männer, tierversuchsfreie Kosmetik, Home-Essentials und mehr. Für alle, die mit Herz einkaufen.

Ende November ist es wieder so weit. Am 25. November 2022 findet das umsatzstärkste Shopping-Event des Jahres statt. Zum sogenannten 'Black Friday' hin werben viele Unternehmen mit starken Reduzierungen und Tiefpreisen. Weltweit stürzen sich Schnäppchenjäger*innen auf die Black Friday Angebote. Der massenhafte Kaufrausch hat jedoch dramatische Folgen für das Klima. Kann ein Sale überhaupt nachhaltig sein? Sind 'Green Friday' Aktionen eine nachhaltige Alternative? Mach' Dich schlau und erfahre, wie Du trotz Black Friday nachhaltig shoppen kannst.

Black Friday: ein schwarzer Tag für unsere Umwelt

Jedes Jahr spitzt sich der Massenkonsum in der Black Week (oder Cyber Week) zu. Obwohl der Black Friday seinen Ursprung in der amerikanischen Tradition des Erntedankfestes hat, entwickelte er sich auch in Deutschland seit 2011 zu dem verkaufsstärksten Shopping-Tag des Jahres. Nicht nur die Probleme von Fast Fashion verschärfen sich in dieser Zeit, sondern auch die Nachteile des Online-Handels. Greenpeace-Sprecherin Viola Wohlgemuth bezeichnet den Black Friday als einen "schwarzen Tag für die Umwelt". Kauflustige Kund*innen lassen sich von aufdringlicher Werbung und falschen Anreizen zu spontanen Großeinkäufen verleiten, die unserer Umwelt schaden. Mit exklusiven Tagesangeboten, satten Rabatte und den vermeintlich besten Black Friday Deals locken sie eine Vielzahl an Käufer*innen. Dabei ist die Schnäppchenjagd ganz und gar nicht nachhaltig. Zum einen ist vielen Verbraucher*innen nicht bewusst, dass Fast Fashion Konzerne am laufenden Band neue Kollektionen produzieren, die quasi nur für den Sale bestimmt sind. Im Wochentakt füllen sich die Sale-Stangen mit billig produzierter Kleidung, die mit Schleuderpreisen einen schnellen Profit generieren. Dabei verlieren nicht nur die Kleidungsstücke selbst an Wert, sondern auch die Ressourcen sowie die Arbeit hinter den Produkten. Sowohl die Natur als auch viele Fabrikarbeiter*innen bezahlen dafür mit ihrer Sicherheit und Gesundheit. Verkaufstage wie Black Friday verstärken den schnellen Konsum und Verbrauch von Mode. Und mittlerweile ist klar: je mehr konsumiert wird, desto mehr Müll wird produziert. Wenn Du mehr über Textilmüll und Fast Fashion erfahren möchtest, dann schau gerne in unseren Blogbeitrag über die Überproduktion von Fast Fashion rein.

Umweltbelastungen durch Sale und Shopping-Wahn

Zum anderen entstehen auch andere Umweltbelastungen, z. B. zunehmende Treibhausgasemissionen durch Massenlieferungen und Transport. Um den Gelüsten der Käufer*innen gerecht zu werden, stocken Kaufhäuser und Händler ihre Lager auf. Gleichzeitig bestellen weltweit Online-Kund*innen ganz einfach und bequem von zuhause aus. Ein Drittel davon wird retourniert und im schlimmsten Fall vernichtet. Dass das Reparieren oder Aufarbeiten von retournierter Ware für viele Großhändler wie Amazon zu aufwendig ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Zudem führt die Zunahme an individuellen Online-Bestellungen auch zu einem massiven Verbrauch von Verpackungsmaterial. So kommt es in der Black Week nicht nur zu einem erhöhten CO₂-Ausstoß, sondern auch zur Anhäufung von (Plastik-)Müll.

Green Friday: Nachhaltigkeit oder Greenwashing?

Aus diesen Gründen stellen sich immer mehr Modeunternehmen gegen den jährlichen Black Friday-Brauch. Stattdessen nennen sie den Freitag nach Thanksgiving 'Green Friday'. Nachhaltige Marken wie Patagonia und ArmedAngels distanzieren sich von den gewöhnlichen Black Friday Angeboten, indem sie Großteile ihres Umsatzes für gemeinnützige Zwecke spenden. Andere Labels machen dagegen Betriebsferien: sie schließen ihren Online-Verkauf und entziehen sich dem Shopping-Wahn gänzlich. Der Green Friday bietet also eine nachhaltige Alternative, sodass u. a. der ökologische Fußabdruck zumindest kompensiert werden kann. Außerdem haben viele Slow Fashion Unternehmen dieses Jahr das Konzept des 'Slow-vember' ins Leben gerufen. Statt in ihren Kund*innen die Angst zu erwecken, die besten Black Friday Deals zu verpassen, bieten sie ihnen den gesamten November Zeit, ihre Käufe bewusst zu überdenken. Zwar ist der Slow-vember trotzdem mit Rabattaktionen verbunden, allerdings zielt er auf ein langsames und verantwortungsvolles Einkaufen ab. Ein langfristiger Sale bietet ihnen letztlich die Möglichkeit, von spontanen Impulskäufen abzusehen und nur das zu kaufen, was sie wirklich brauchen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Begriffe 'grün', 'Nachhaltigkeit', 'umweltfreundlich' und 'öko' heute geradezu inflationär gebraucht werden. Das bedeutet, sie verlieren durch ihren gängigen Gebrauch an Bedeutung. Bei Green Friday Aktionen solltest Du daher genauer hinschauen und die Produktionsbedingungen hinterfragen. Vertrauenswürdig sind meistens die Unternehmen, die sich nicht nur an starken Verkaufswochen für Umweltbewusstsein und Fairness einsetzen. Dabei hilft es auch, sich zu informieren, wie transparent die Lieferketten der Hersteller sind.

Black Friday Sale & Nachhaltigkeit - Wie passt das zusammen?

Viele nachhaltige Unternehmen nutzen den Green Friday, um auf einen nachhaltigen Konsum aufmerksam zu machen. Doch wie passen Sale-Angebote und Nachhaltigkeit zusammen? Wie können nachhaltige, faire Modeunternehmen und Händler wie Le Shop Vegan umweltfreundlich sein, wenn sie ständig mit Schnäppchen werben? An dieser Stelle ist es unmöglich, sich als Händler aus der Verantwortung zu ziehen. Auch wenn wir versuchen, unsere Kalkulationen zu verbessern, sind wir aufgrund unserer begrenzten Lagerflächen auf Sale-Verkäufe angewiesen. Le Shop Vegan plant seine Kollektionen und Einkäufe circa ein halbes Jahr im Voraus. Selbst bei Saisonbeginn ist es schwierig, den Verkauf vorherzusehen. Dabei spielen verschiedene Faktoren mit ein. Zum Beispiel kann es im Winter 2022 dazu kommen, dass viele Wintermäntel und Jacken im Sale landen. Dies kommt beispielsweise sowohl auf Wetterverhältnisse als auch das Konsumverhalten von Kund*innen an. In der derzeitigen Energie- und Gaskrise sind schließlich viele Kund*innen dazu angehalten, Geld zu sparen. Andererseits erbringen Sale-Aktionen auch mögliche Vorteile für den Umweltschutz. Denn nicht jede*r von uns kann sich tagtäglich nachhaltige und faire Mode zu Normalpreisen leisten. Durch Rabattaktionen und Sale-Angebote können sich auch Studierende oder andere Personen mit geringem Einkommen nachhaltig kleiden. Da generell die Nachfrage und das Bewusstsein für Slow Fashion steigt, sollte der Zugang zu nachhaltiger Mode keineswegs ein Privileg ein. Je mehr Menschen sich mit umweltfreundlicher Mode auseinandersetzen, desto effektiver können wir unser Klima schützen.

Dein persönlicher Vegan Friday bei Le Shop Vegan

Auch wir möchten uns am Green Friday beteiligen und der Natur etwas zurückgeben. Mit unseren Vegan Week Angeboten möchten wir insbesondere die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) unterstützen. Vom 23. bis zum 30. November 2022 ist bei uns die Vegan Week angesagt. Zum einen schenken wir Euch 20 % auf alle Produkte im Shop. Zum anderen spenden wir pro Bestellung jeweils 5 Euro an PETA Deutschland e.V., die sich um das Wohl von Tieren kümmern. Alles in unserem Sortiment ist zu 100 % frei von tierischen Bestandteilen. Mit unserem Fair Fashion Sale möchten wir vor allem Menschen entgegenkommen, denen fair und ökologisch produzierte Kleidung oftmals zu teuer ist. Umso mehr dürften sie sich an der nachhaltigen Produktqualität unserer veganen Kollektion erfreuen, denn es warten hochwertige und langlebige Key Pieces auf Euch. Als Online Shop können auch wir das Problem von unzähligen Retouren nicht vermeiden. Allerdings versprechen wir Euch, dass keine Ware vernichtet wird. Retournierte Ware wird immer aufgearbeitet oder sogar repariert. Außerdem tun wir unser Bestes, verantwortungsvoll mit unseren Verpackungen umzugehen. Hier verwenden wir ausschließlich recycelte Materialien. Noch brauchbares Material wird wiederverwendet, während unbrauchbare Kartons zu Polstermaterial umfunktioniert werden.

Wie Du am Black Friday etwas Gutes für die Umwelt tun kannst

Es spricht natürlich nichts dagegen, in der Black Week Weihnachtsgeschenke zu niedrigeren Preisen zu kaufen. Damit Du aber nicht dem Konsumrausch verfällst und mehr kaufst als Du benötigst, haben wir Dir paar Tipps für nachhaltiges Shoppen zusammengefasst.
  • Bewusste, verantwortungsvolle Kaufentscheidungen treffen: Bei jedem Teil in Deinem Warenkorb solltest Du Dich fragen: "Brauche ich das wirklich?". Manchmal kann es Deinem Gewissen gut tun, eigene Wünsche der Umwelt zuliebe zurückzustellen. Zudem solltest Du überlegt einkaufen und Retouren vermeiden. Falls Du Dir unsicher bist, kann es hilfreich sein, Bewertungen zu lesen und Angebote zu vergleichen.
  • Smartes Shoppen: Einkaufslisten können dabei helfen, selbst bei Rabattaktionen das eigene Shoppen auf das Nötige zu begrenzen. Außerdem solltest Du Dich immer fragen: "Zu welchem Anlass kann ich dieses Teil wie kombinieren?". So hinterfragst Du Deinen eigenen Kaufimpuls und nimmst eine pragmatische Perspektive ein.
  • Nachhaltigkeit und Fairness bedenken: Allgemein solltest Du Fast Fashion meiden, wenn Du nachhaltig shoppen möchtest. Aber auch Green Friday Angebote können Käufer*innen in die Irre führen. Hinterfrage die Produktionsbedingungen und informiere Dich vor dem Kauf über die Nachhaltigkeitsziele des Herstellers. Die Lifestyle-Bloggerin Elisabeth Green hat für Dich nachhaltige Black Friday Angebote rausgesucht und aufgelistet.
  • Weniger kaufen und Konsum überdenken: Allgemein gilt es, weniger zu konsumieren, um schließlich auch Müll zu reduzieren. Zudem kannst Du mit jedem Kleidungsstück, dass Du nicht kaufst, Deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern. Wenn Du nicht darauf verzichten kannst, solltest Du möglichst nach fair und nachhaltig produzierter Mode mit guter, haltbarer Qualität Ausschau halten. Auch bei Second Hand Läden kannst Du nachhaltige Schnäppchen finden und gleichzeitig zur Wiederverwendung von Altkleidern beitragen. Vielleicht lassen sich aber auch alte Schätze aus Deinem eigenen Kleiderschrank reparieren oder mit denen Deiner Freund*innen tauschen.
Titelbild von ArmedAngles Webseite