Kleidung recyceln – Wie viel ist möglich?
Hannah
Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:
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Die Black Friday Week rückt näher und alle Fashionistas und Shopping Queens warten schon auf die besten Rabattaktionen. Eine Woche, in der sich viele Kleiderschränke füllen. Umso mehr dürften sich Berge von Altkleider häufen. Im Gegenzug Kleidung recyceln? Geht das? Seitdem diverse Shops wie H&M und Zalando die Rücknahme von Altkleidern anbieten, steigert sich das Bewusstsein für recycelte Kleidung. Doch wie viel Kleidung wird tatsächlich recycelt? Wie nachhaltig sind recycelte Materialien? Hier erfährst Du, was mit gebrauchter Kleidung geschieht.
Kleidung als Sammelware – Was passiert mit Altkleidern?
Studien aus den Jahren 2015 und 2016 zeigen, dass deutsche Verbraucher*innen pro Jahr im Schnitt 60 Kleidungsstücke kaufen. Dies entspricht etwa 10 Kilogramm jährlich. Dabei ist bereits seit den 90er Jahren ein kontinuierlicher Trend zu beobachten: das Sammelaufkommen erhöht sich, während sich die Tragedauer der Kleidung in vielen Fällen halbiert. Wer kennt es nicht? Der Kleiderschrank ist bereits voll, aber man hat „nichts zum Anziehen“. So gut wie jede*r von uns besitzt Kleidungsstücke, die selten bis nie getragen werden. Spätestens seit den 2000er Jahren hat sich Kleidung zur massenhaften Sammel- oder gar Wegwerfware entwickelt. Doch was passiert mit gebrauchter Kleidung, die entsorgt wird?
Fast Fashion Altkleider: Textilmüll statt Textilrecycling
Vor kurzem haben wir in unserem Blog darüber gesprochen, welche Rolle die Überproduktion von Fast Fashion für das Sammeln von Altkleidern und Textilmüll spielt. Wir fassen zusammen, dass schnell und billig produzierte Kleidung aufgrund ihrer Qualität oftmals nicht wiederverwendet werden kann. Die Überreste minderwertiger oder getragener Kleidung werden häufig ins Ausland exportiert, verbrannt oder landet auf Deponien. Dem EU-Parlament zufolge werden weltweit weniger als 1 Prozent der Kleidung recycelt und zur Produktion neuer Kleidungsstücke verwendet. Gründe für diesen niedrigen Gesamtwert sind u. a. fehlende Recycling-Technologien sowie kostenintensiver Aufwand. Fakt ist, dass viel mehr Kleidung produziert und konsumiert wird, als tatsächlich benötigt. Vor allem in europäischen Ländern und den USA fallen weit mehr Altkleider an, als gebraucht wird.
Altkleider Recycling
Insgesamt werden in Deutschland jährlich rund 1 Million Tonnen Altkleider gesammelt. Zuerst finden die aussortierten Kleidungsstücke ihren Weg zu Wohltätigkeitsorganisationen, kommunalen Recycling-Stationen oder anderen Rücknahmesystemen. Die Alttextil-Studie 2020 des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) belegt, dass davon etwa 62 Prozent als Second Hand Kleidung wiederverwendet bzw. verkauft werden. Die verbliebenen Altkleider, die nicht mehr tragfähig sind, landen schließlich bei kommerziellen Textilverwertern und Sortierbetrieben. 5 bis 10 Prozent davon ist Textilmüll, der schließlich verbrannt wird. Nur 25 bis 50 Prozent der Alttextilien lassen sich recyceln. Laut dem BVSE ist jedoch ein positiver Trend zu beobachten, denn seit 2015 steigt die Weiterverwertungsquote von Alttextilien.
Kleidung recyceln – Was ist überhaupt möglich?
Wie genau funktioniert die Wiederverwertung von Kleidung? Zunächst muss man die gebrauchte Ware nach verschieden Kriterien sortieren und trennen. Dabei wird vor allem auf die Qualität der Altkleider geachtet. Fasermischungen stellen hierbei ein großes Problem dar. Textilien lassen sich nur sinnvoll sortieren, wenn die eingesetzten Fasern und Garne identifiziert werden können. Da bei alter, gebrauchter Kleidung oftmals die Etiketten fehlen, ist das nur im geringen Maße möglich. Sowohl die Zusammensetzung von unterschiedlichen Stoffen als auch Schad- oder Störstoffanteile (z. B. Knöpfe und Reißverschlüsse) erschweren die Wiederverwendung von Kleidung. Das Trennen und Sortieren der Alttextilien geschieht meist per Hand, sodass es sehr viel Zeit und erfahrenes Personal in Anspruch nimmt. Daher ist allein schon dieser Schritt für viele Unternehmen wirtschaftlich kaum rentabel.
Nach der Sortierung folgen verschiedene Möglichkeiten der Wiederverwertung:
- Downcycling: Die Alttextilien werden von Störanteilen befreit, zerkleinert, zugeschnitten und zu Haushaltstextilien verarbeitet, z. B. Putztüchern, Isolier- oder Füllmaterialien.
- Recycling: Es werden gut erhaltene Stoffe zur Herstellung neuer Textilien mit gleichbleibendem Wert genutzt.
- Upcycling: Nutzbare Stoffe werden zu neuen Textilien mit höherem Wert aufgearbeitet.
Recycling Kleidung: Kleidung aus recyceltem Material
Große Fast Fashion Konzerne wie Asos und H&M werben heute mit Recycling Kleidung – sprich: Kleidung aus recyceltem Material. H&M kooperiert dabei u. a. mit Unternehmen, die neue Recycling-Technologien entwickeln. Zum Beispiel können mithilfe dieser Technologien Baumwolle, Viskose oder andere Zellstoffe zu neuen Textilfasern verarbeitet werden. Einerseits sind die neu entwickelten Zellstoffe zwar biologisch abbaubar, andererseits lösen sie nicht das Problem der Überproduktion. Immer mehr Labels machen sich zum Ziel, Kleidung aus Alttextilien herzustellen. Aus Qualitätsgründen müssen aber oftmals Neufasern hinzugeführt werden. Generell sind Recycling-Verfahren noch lange nicht ausgereift, sodass ein echtes Faser-zu-Faser-Recycling nur selten stattfinden kann. Wer als Verbraucher*in sich nachhaltig kleiden möchte, sollte daher bei einem bewussten, bedarfsorientierten Konsum anfangen. Weitere Tipps findest Du ebenfalls in unserem Blogbeitrag zur Überproduktion.
Textilrecycling und Greenwashing
Grundsätzlich steht Kleidung-Recyceln für geschlossene Stoffkreisläufe und Nachhaltigkeit. Das zirkuläre Wiederverwenden von hochwertigen Materialien soll zur Ressourcenschonung und Abfallreduzierung beitragen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace betont aber, dass Nachhaltigkeit bereits vor dem Recycling beginnt. Die Abfallhierarchie gibt vor, dass das prinzipielle Vermeiden von Textilabfällen die erste und wichtigste Maßnahme ist. Schon bei Beginn der Kleidungsproduktion müssen kreislauffähige Materialien mitgedacht werden. Nur so kann der Materialfluss sich verlangsamen. Kurz gesagt: Recycling soll nicht dazu dienen, noch mehr zu produzieren oder den Überkonsum weiterhin zu fördern. Vielmehr geht es darum, den gesamten Lebenszyklus von Kleidungsstücken zu berücksichtigen.
Recycling Textilien: Baumwoll- oder Polyester-Kleidung recyceln
Die bekanntesten Recycling Textilien sind recyceltes Polyester und recycelte Baumwolle. Doch wie nachhaltig sind diese Recycling Textilien wirklich? Der Unterschied zwischen diesen zwei Materialien macht deutlich, worauf es bei der nachhaltigen Produktion von Textilien wirklich ankommt. Die ökologischste Lösung hier sind definitiv haltbare, organische und wiederverwendbare Textilien. Idealerweise sind diese auch frei von gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien.
Recycelte Baumwolle
Kleidung aus (Bio-)Baumwolle ist zu 100% kreislauffähig und biologisch abbaubar. Für die Wiederverwendung werden reine Baumwollstoffe nach Farben sortiert und zerkleinert. Dann spinnt man die daraus wiedergewonnen Fasern zu neuen Garnen. Recycling Baumwolle verfügt über die gleichen Trageeigenschaften wie neu produzierte Baumwolle. Allerdings sind die Fasern wesentlich kürzer, sodass das recycelte Material weniger reißfest und strapazierfähig ist. Zudem kann recycelte Baumwolle eine unregelmäßige Oberfläche haben. Aus diesen Gründen mischen viele Hersteller frische Baumwollfasern bei, um die Produktqualität zu verbessern. Wie wir in unserem Blog bereits erklärt haben, ist die Herstellung von neuer (Bio-)Baumwolle sehr ressourcenintensiv. Zudem müssen oftmals lange Strecken zurückgelegt werden, bis die Baumwolle endlich zu ihrem fertigen Endprodukt kommt. Das heißt, dass durch Recycling große Mengen an Wasser, Energie und CO2-Emissionen eingespart werden können.
Das Eco Fashion Label ArmedAngels recycelt auf eine clevere Art und Weise, denn es arbeitet u. a. mit hauseigenen Produktionsabfällen. Das nachhaltige Modeunternehmen verwendet Verschnitte sowie B-Ware, Reststücke und Second Hand Ware, um hochwertige Baumwoll-Kleidung herzustellen. Und das Beste an diesem Less Waste-Ansatz: ArmedAngels arbeitet ausschließlich mit zertifizierter Bio-Baumwolle, die garantiert frei von giftigen Chemikalien ist.
Recycling Polyester
Im Gegensatz zur recycelten Baumwolle ist recyceltes Polyester nur halb so nachhaltig. Polyester-Fasern basieren z. B. auf Polyethylenterephthalat (PET), das aus nicht-erneuerbarem Erdöl gewonnen wird. Dabei ist die Ölproduktion sehr energieintensiv und verbraucht viel Wasser. Zudem führt die Herstellung von Polyester zu einem immensen Ausstoß von Treibhausgasen sowie giftigen Schadstoffen, die unser Grundwasser verschmutzen. Daher greifen immer mehr Modemarken auf bereits bestehenden Kunststoff oder Plastikmüll zurück. So kommen beispielsweise PET-Flaschen und Ozeanplastik zum Einsatz. Zwar spart man auf diesem Wege Erdöl-Ressourcen, dennoch scheint das Recycling von Synthetik-Fasern sehr umweltschädlich zu sein.
Im ersten Schritt reinigt man das gebrauchte und verschmutzte Plastik. Es wird zerteilt, sodass das entstandene Mikroplastik wieder zu brauchbaren Fasern zusammengeschmolzen werden kann. Danach werden die Kunstfasern zu Garnen verarbeitet. Viele Unternehmen nutzen beim Reinigen, Färben und Bleichen umweltschädliche Chemikalien und große Wassermengen. Hier kommen die Vorteile von Recycling Polyester an ihre Grenzen. Die Kunstfasern sind nicht unendlich recycelbar, sondern verlieren mit jeder Behandlung an Qualität. Dieser Qualitätsverlust führt wiederum dazu, dass Recycling Polyester intensiver und öfter gefärbt werden muss. Hinzu kommt, dass die Lieferketten und Recycling-Prozesse meist intransparent sind.
Ein weiteres Problem des (recycelten) Synthetik-Stoffes sind die winzigen Mikrofasern, die sich durch das Tragen und Waschen aus der Kleidung lösen. So gelangt das sogenannte Mikroplastik in unser Abwasser, ins Meer und schließlich in unsere Nahrungskette. Kunststoffe sind nicht biologisch abbaubar und können sowohl unserer Gesundheit als auch der Umwelt schaden. Die Umweltbilanz von Recycling Polyester ist derzeit also noch fragwürdig.
Titelbild von Greenpeace
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