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Wer bestimmt das Angebot in der Mode?

Neele Neele 14 Oct 2022 Wer bestimmt das Angebot in der Mode?

Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:

Shoppe ethisch – ganz mühelos. Wir übernehmen die Recherche, damit du es nicht tun musst. 💚 Nachhaltige, faire & 100 % vegane Mode für Frauen und für Männer, tierversuchsfreie Kosmetik, Home-Essentials und mehr. Für alle, die mit Herz einkaufen.

Fast Fashion ist groß und überall. Riesige Modeketten und Online-Shops bieten ständig neue Kollektionen und erneuern ihre Schaufenster und New In Kategorien. Doch wer bestimmt eigentlich das Angebot in der Mode? In welchem Rhythmus die neuen Produkte an der Kleiderstange hängen und wer das Sagen im Modeangebot hat, erfährst Du hier.

Der Angebotsrhythmus: schnell und kurzlebig

Das Angebot der Mode war früher, zu Anfang des 20. Jahrhunderts, exklusiv und brauchte Zeit. Traditionell wurden in der Modewelt 2 Kollektionen pro Jahr produziert und verkauft. Durch das Aufkommen der Konfektionskleidung und der Massenproduktion ist dieser Zyklus im Fast Fashion Zeitalter jedoch ins Unermessliche gestiegen: große Modeketten wie Zara und H&M bringen heute bis zu 24 Kollektionen pro Jahr raus. Das heißt, dass fast alle zwei Wochen etwas Neues an der Kleiderstange hängt. Und warum? Weil sich der Produktionszyklus von Kleidung innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm beschleunigt hat. Von der Idee bis zum fertigen Produkt in der Hand des Endverbrauchers braucht es mittlerweile nur noch 2 bis 4 Wochen. Dadurch kann natürlich viel mehr, viel schneller angeboten werden. Was davon viel gekauft wird, wird nachproduziert und alles andere wandert in die Sale-Ecke. Dass diese schnellen Zyklen und Rhythmen des Angebots nur durch billige Materialien und Arbeitskräfte umsetzbar sind, ist keine Frage. Doch das stetig neue Angebot lockt an: die Designer der Modeketten schauen sich die Trends von den großen Laufstegen der Welt ab und verwandeln sie wieder und wieder in tragbare Designs. Das führt dazu, dass Kunden öfter vorbeikommen, schließlich hängt immer ein neues Teil an der Kleiderstange. Die Kombination aus Trend, schneller Produktion und günstigen Preisen lockt die Konsumenten des Fast Fashion an - man will immer etwas Neues haben. Das provoziert die unbewusste Verschwendung. Dadurch ist die Mode zur Wegwerfware geworden und hat ihren Wert verloren: Jeder Deutsche kauft rund 60 Kleidungsstücke pro Jahr und trägt nur fast die Hälfte davon.

Ultra-Fast-Fashion ist noch schneller

Online-Shop Giganten wie ASOS schaffen es, die Angebotszyklen noch zu verkürzen. Pro Woche können sie bis zu 4.500 Artikel auf den Markt bringen. Durch die Analyse von Modetrends und genaues Beobachten der Kundenreaktionen wird herausgefunden, was besonders beliebt ist. Was wird oft auf Social Media geteilt? Wo bewegt sie die breite Masse hin? Sind karierte Muster gerade in oder out? Die kreativen Köpfe erstellen anhand der Ergebnisse dann Designs, die als Fotos hochgeladen und vorbestellt werden können. Das Design, das viel geklickt wird, geht in die Produktion. Und so entstehen im Handumdrehen neue Produkte, die schneller und schneller angeboten werden können.

Antizyklus: Wollen wir im August Winterjacken kaufen?

Doch man kann Mode auch entgegen dieser Zyklen kaufen. Im Sommer sind die Angebote von Bikinis und Flip-Flops nämlich groß, aber eben auch teurer. Denn: die Nachfrage ist groß und das wird von Modekonzernen ausgenutzt. Unsere Kleidung dann entgegen dieser Zyklen zu kaufen, nennt sich "antizyklisches shoppen". Das bedeutet, dass man saisonale Produkte außerhalb der Saison kauft: Bademode im Winter und Winterjacken im Sommer. Aber wollen wir im August wirklich Winterjacken kaufen? Also es lohnt sich schon! Die beste Zeit für den Kauf von Wintermänteln ist tatsächlich zwischen August und September. Die Sommersaison ist dann nämlich vorbei und die neuen Wintertrends kommen im Shop an. Das heißt: frische Kollektionen und eine große Auswahl an aktuellen Jacken, Mänteln & Co. Und es lohnt sich schnell zu sein, denn Bestseller sind oft schnell ausverkauft. Außerdem kann man die warme Jacke auch schon früher tragen, beispielsweise an kalten Herbsttagen. Da die Mode bei uns, im Le Shop Vegan, nicht trendbasiert ist, erhalten wir zweimal im Jahr frische Kollektionen unserer Hersteller mit zeitlosen Designs. Schau doch mal rein! Die neuen Winterjacken von Embassy of Bricks and Logs und LangerChen zum Beispiel sind auch in den nächsten Jahren noch stylisch, sodass Du jegliche Angebotszyklen ignorieren kannst.

Kann man die Branche zu weniger Angebotszyklen bewegen?

Die Antwort ist: Jein! Für Menschen, die an schnelle Produktionszyklen gewöhnt sind, ist es nämlich schwer sich einfach so umzugewöhnen. Slow Fashion braucht von der Idee zur Herstellung meist ein halbes bis ein ganzes Jahr. Dagegen steht Fast Fashion natürlich mit immer wieder neuer Ware parat. Doch die stetig wachsende Nachfrage nach Fair Fashion beeinflusst eben auch das Angebot. Daher entstehen viele nachhaltige Marken und auch Plattformen, die diese anbieten. Und die Branche wächst! Durch weniger Angebotszyklen im Slow Fashion Bereich sind natürlich die Lieferketten deutlich langsamer getaktet und dadurch weniger fragil. Man nimmt sich Zeit, den Stoff und die Arbeiter*Innen, die dahinter stehen wertzuschätzen. Bis die Nachfrage nach Slow Fashion das Angebot der Mode jedoch so sehr beeinflusst, dass sich ganze Angebotszyklen ändern, wird es wohl noch etwas dauern. Aber hier ist wichtig zu wissen: Jeder Kauf zählt und jeder noch so kleine Schritt ist einer in die richtige Richtung.

Einflüsse auf das Angebot der Mode

Wer oder was das Angebot der Mode nun bestimmt, kann man gar nicht auf eine Branche runterbrechen. Zum einen ist es natürlich der Kapitalismus. Denn solange es Menschen mit viel Geld gibt, die in große Modeketten investieren, weil diese nun mal viel Geld bringen und damit für ein großes Fast Fashion Angebot sorgen, wird es auch immer Menschen geben, die darauf zugreifen. Hier kommt dann die Digitalisierung ins Spiel, die eben auch ihren Einfluss auf das Angebot der Mode hat. Schließlich können sich Online-Shops, die Fast Fashion vertreiben, voll und ganz darauf konzentrieren, immer wieder neue Produkte zur Verfügung zu stellen. Das Aufrechterhalten eines Walk-In-Stores fällt nämlich aus, wodurch Zeit und Geld in das stetig wachsende Angebot gesteckt werden kann. Doch auch die Nachfrage hat ein Wörtchen in puncto Angebot mitzureden. Sie bestimmt das Angebot zwar nicht, aber sie beeinflusst es in jedem Fall. Das konnte man bereits in den letzten Jahren gut beobachten. Mit dem Wachstum der Nachfrage nach nachhaltiger Kleidung versuchen die großen Modeketten nämlich immer häufiger Kollektionen aus Bio-Baumwolle anzubieten oder mit anderen umweltfreundlichen Projekten zu beeindrucken. Falls Du noch mehr über die grünen Kollektionen von Mode Giganten erfahren möchtest, dann schau gerne hier vorbei.

Modeangebote bei Le Shop Vegan

Fest steht: Das Angebot der Mode wird von vielem beeinflusst. Dass nur die Nachfrage das Angebot bestimmt, ist wohl nicht ganz wahr, aber trotzdem können wir etwas verändern. Wir können uns bewusst gegen Fast Fashion und das Kaufen in schnellen Zyklen entscheiden. Mit unserem Konsumverhalten können wir zwar nicht das gesamte Angebot auf links drehen, aber wir können für Veränderung sorgen! Das Wichtigste ist, dass man die Freude am Kleidungsstück entdeckt und lernt wertzuschätzen. Das bewirkt viel mehr, als ständig Neues zu konsumieren.