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Recycelte Kleidung - Heilmittel der Modeindustrie?

Le Shop Vegan Le Shop Vegan 21 Jan 2022 Recycelte Kleidung - Heilmittel der Modeindustrie?

Im März 2025 hat Shop Like You Give a Damn Le Shop Vegan übernommen. Deshalb sind nun alle redaktionellen Inhalte, die Gründerin Rosalie Wolff und ihr Team mit so viel Hingabe erstellt haben, auf unserem Blog zu finden. Das ethische Einkaufserlebnis geht bei Shop Like You Give a Damn weiter:

Shoppe ethisch – ganz mühelos. Wir übernehmen die Recherche, damit du es nicht tun musst. 💚 Nachhaltige, faire & 100 % vegane Mode für Frauen und für Männer, tierversuchsfreie Kosmetik, Home-Essentials und mehr. Für alle, die mit Herz einkaufen.

Mit jährlich ca. 1,2 Millionen Tonnen verursacht die Textilindustrie mittlerweile einen größeren CO2-Ausstoß als internationale Flüge und Kreuzfahrten zusammen. Doch die Modeindustrie scheint eine Lösung für das Problem gefunden zu haben: Neben zahlreichen Herstellern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ausschließlich Mode aus nachhaltigen Materialien herzustellen, sind mittlerweile auch Marken wie Zara, H&M oder Nike auf den Zug für recycelte Kleidung aufgesprungen. Hier erfährst du, woraus recycelte Kleidung besteht, wie sie dazu beitragen kann, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren und welche Hersteller ihr Versprechen wirklich halten.

"Recycling", was ist das eigentlich?

Beim Recycling-Verfahren geht grundsätzlich darum, Abfallprodukte bzw. deren Ausgangsmaterialien für die Herstellung neuer Produkte zu verwenden. In der Textilindustrie können dies zum einen natürlich Stoffreste sein, die normalerweise weggeschmissen werden würden. Zum anderen stellen zahlreiche Marken bereits ebenfalls Kleidung aus anderen Abfallprodukten wie beispielsweise PET-Flaschen her. Ob T-Shirts, Schuhe, Jeans oder Schmuck, nahezu jedes Kleidungsstück lässt sich mittlerweile ohne Probleme aus recycelten Materialien herstellen.

Warum brauchen wir recycelte Kleidung?

Dass die Modeindustrie einen entschieden zu großen Teil unserer jährlichen Emissionen ausmacht, sollte niemanden überraschen. Zumindest nicht, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Kleidungsstücke jährlich auf den Markt kommen. Bis zu 24 Kollektionen produzieren große Modehersteller wie Zara und Co pro Jahr und wir kaufen fleißig weiter. Seit dem Jahr 2000 hat sich unser Konsum von damals 50 auf ca. 100 Milliarden gekaufter Stücke verdoppelt. In Deutschland sind es pro Kopf circa 60 Kleidungsstücke jährlich, die wir im Vergleich aber nur noch halb so lange tragen wie noch vor 20 Jahren. Die massive Umweltbelastung entsteht dabei zu einem großen Teil durch die Gewinnung von Plastikfasern, der Weiterverarbeitung und der langen Transportwege. Polyester ist mittlerweile das am häufigsten verwendete Material in der Modeindustrie. Beim Waschen von Kleidung mit Plastikbestandteilen gelangt Mikroplastik ins Wasser und gefährdet damit Umwelt, Tiere und Menschen. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen landen jährlich mehr als 8 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Aus diesem Grund haben sich viele nachhaltige Modehersteller dazu entschieden, PET-Flaschen zu recyceln, um so wenig neue Rohstoffe wie möglich in Umlauf zu bringen. So auch Embassy of Bricks and Logs zum Beispiel bei dem Schal "Dubbo" auf unserem Titelbild. Dieser ist mit Kunstdaunen aus recycelten PET-Flaschen gefüllt.

Und so wird's gemacht:

Zunächst müssen die weggeworfenen Flaschen gereinigt und zu kleinen Schnipseln zerkleinert werden. Anschließend werden sie eingeschmolzen. Im nächsten Schritt entstehen dann schon die feinen Polyesterfasern. Zwar wird für die Produktion von recyceltem Polyester auch Chemie benötigt und Kohlenstoffdioxidemissionen beim Transport ausgestoßen, jedoch ist die Wiederverwendung deutlich umweltschonender als die Herstellung neuer Kunststoffe. Aus 8 Flaschen lassen sich dabei ca. 1 kg Garn herstellen. Der Recycling-Prozess ist damit nicht nur wasser- und energiesparender, sondern reduziert auch noch die Menge an Plastikmüll. Die Treibhausgasemissionen können damit um bis zu 70 % reduziert werden. Beispiele dafür, wie gut sich dieser Prozess in der Modewelt umsetzen lässt, sind zum einen die Schuhe von "Nae" und "Veja" oder auch die Taschen der Marke "Matt & Nat". Das Innenleben jeder einzelnen Tasche besteht zu 100 % aus ca. 21 recycelten Wasserflaschen. Neben der Verwendung vieler weiterer natürlicher Rohstoffe trägt dies dazu bei, die Emissionen deutlich zu verringern. Neben Plastikflaschen hat das Label es zudem geschafft, das Obermaterial einer kompletten Kollektion aus recycelten Windschutzscheiben herzustellen.

Recycelte Kleidung nicht nur aus Plastik

Colourful leftover fabrics Neben Plastik können selbstverständlich auch andere Materialien recycelt werden. Stoffreste, die bei der Produktion übrig bleiben, können Hersteller ebenso wiederverwenden. Wie das gehen kann, zeigt die Marke "Armedangels". Ihre recycelte Baumwolle stammt zum größten Teil aus eigenen Produktionsabfällen und wird mit neuer Baumwolle oder alternativen Optionen gemischt, um für eine langanhaltende Qualität zu sorgen. Recyceltes Polyamid oder Polyester wird lediglich bei Bedarf als Fasermischung aus Performance-Gründen  verwendet und um das Material strapazierfähiger zu machen. Über das Take-Back System des Labels können Kunden ihre getragene Kleidung ganz einfach wieder zu "Armedangels" zurückschicken, damit das Material im Umlauf bleibt und erneut verwendet werden kann. Neben Kleidung ist auch Schmuck ein Thema, bei dem wir auf unsere Ressourcen acht geben sollten. Die Schmuckstücke von "wild fawn" sind daher alle recycelt oder fair und transparent produziert. Das Label rührt nichts an, was in der Natur nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Außerdem schmelzen sie alle entstehenden Produktionsabfälle und verwenden diese für die Herstellung neuer Produkte. Les Reines ring and bracelets  Entdecken Sie unsere Les Reines Kollektion»

Vorsicht vor Greenwashing

Auch wenn mittlerweile viele Hersteller mit recycelten Produkten werben, halten leider nicht alle, was sie versprechen, wie das Projekt "Sneakerjagd" gezeigt hat. 22 Prominente haben ihre Sneaker zur Verfügung gestellt und mit einem GPS-Tracker ausstatten lassen. Ziel des Projekts: Rausfinden, welche Hersteller ihr Nachhaltigkeitsversprechen tatsächlich halten. Ein Beispiel, wie es nicht laufen sollte ist einer der wohl beliebtesten Sneaker-Hersteller: Nike. Auch hier wirbt man damit, dass Kunden ihre Sneaker ganz einfach im Nike Store abgeben können, wo diese dann abgeholt und in Belgien recycelt werden. Tatsächlich haben es die Sneaker von Caroline Kebekus nach Belgien geschafft, vor Ort musste das Redaktionsteam aber feststellen, dass dort nicht nur getragene Schuhe zu "Nike Grind" verarbeitet werden. Auch nagelneue, ungetragene Ware wird hier entsorgt. Umweltorganisationen wie Greenpeace hatten schon länger die Vermutung, dass der Sportartikelhersteller Ware lieber direkt entsorgt, um Lagerkosten zu sparen, statt Rücksendungen günstiger zu verkaufen. Leider ist "Nike" aber nicht der einzige Produzent, der zwar mit Nachhaltigkeit wirbt, damit jedoch wohl eher bewirken will, dass Kunden weiterhin ohne schlechtes Gewissen einkaufen, als wirklich etwas für die Umwelt zu tun. Wo die Schuhe aus Altkleidercontainern oder Sammelboxen anderer Brands landen erfährst du auf sneakerjagd.de.

Ist Recycling die Lösung des Problems?

Grundsätzlich ist die Idee, Kleidung zu recyceln, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Besonders das Recyceln von natürlichen Stoffen trägt dazu bei, dass keine Ressourcen verschwendet werden und wir neben dem Wasserverbrauch auch den Energieverbrauch und die Emissionen reduzieren, die bei der Produktion entstehen. Auch das Wiederverwenden von Plastik macht einen entscheidenden Unterschied. Je länger wir die Materialien im Umlauf behalten, desto besser. Dieser Kreislauf funktioniert aber nicht ewig. So ganz ohne neue Materialien geht es nicht, zumindest dann nicht, wenn am Ende auch die Qualität stimmen soll, damit man sein neues Lieblingsshirt nicht nach ein paar Wäschen schon wieder entsorgen muss. Und genau das ist der springende Punkt: Recycelte Kleidung sollte kein Freifahrtschein sein, sich von Unternehmen blenden zu lassen und den Konsum von Kleidung weiter in die Höhe zu treiben. Natürlich geht es bei nachhaltigen Produkten zum einen darum, Materialien wiederzuverwenden. Zum anderen bedeutet Nachhaltigkeit aber auch, auf qualitativ hochwertige Produkte zu setzen. Kleidung, die nach wenigen Wochen kaputtgeht oder in der hinteren Ecke deines Kleiderschrankes verschwindet, ist, auch wenn sie aus recyceltem Material besteht, nicht nachhaltig. Kaufe mit Bedacht und vor allem Kleidung von Marken, die mit recycelten Materialien nicht nur werben, sondern ihr Versprechen auch halten. In unserem Shop findest du die wichtigsten Informationen zu allen Brands und ihrer Unternehmensphilosophie. Mach dir selbst ein Bild und lass uns wissen, welche unserer veganen und nachhaltigen Marken dich am meisten überzeugt!